Einige Impulse aus meinen Seminaren und Lieblingssätze meiner Teilnehmer:

Der Gebrauch der Sprache ist das natürlichste und menschlichste aller unserer Aktivitäten. Die Sprache lässt unsere Gesellschaft in allen Bereichen funktionieren. Man sollte daher annehmen, dass es das Natürlichste der Welt ist, mithilfe unserer Sprache unsere eigenen Bedürfnisse zu formulieren und auf die Bedürfnisse anderer einzugehen. Weit gefehlt, unsere Sprache ist ein komplexes Zusammenspiel aus unseren Gedanken, Überzeugungen und Wahrnehmungen und spiegelt unsere eigene Welt wieder. Da jeder von uns eine völlig eigene Welt mit sich trägt und sich anders ausdrückt, wundert es mich nicht, dass Kommunikation oftmals zu Missverständnissen führt. Ich begann vor Jahren, mich mit den Fragen der Sprache und Kommunikationsverhalten auseinander zu setzen und veränderte seither meine eigene Sprache sehr. Ich lernte die Sprache der Empathie und des Mitgefühls. Eines habe ich in dieser Zeit gelernt: Sprache verändert unser Leben.
Stephanie Lüttgen (2016)
Einige Teilnehmer erzählen mir in den Seminaren von Gesprächssituationen auf ihrer Arbeit oder aus ihrem privaten Umfeld. Auch, wie bei einem Konflikt die Fetzen fliegen. Beim Nachfragen von mir, worum es eigentlich bei dem Ärger, der Wut und des Zorns ginge, stellt sich immer heraus, dass die Beteiligten, die Bedürfnisse, die sich hinter den Gefühlen verstecken, nicht erkannt haben. Wenn sie dann urteilen, kritisieren und interpretieren sind das meist entfremdete Äußerungen über die eigenen Bedürfnisse. Wir schauen uns in den Seminaren die Gesprächssituationen genau an und kommen an den eigentlichen Punkt des Konflikts.
Stephanie Lüttgen (2017)
Eine Residenzleitung aus Hamburg sagte mir nach meinem Seminar, dass für sie das entscheidende im Seminar gewesen sei, dass sie die Beschwerden, Sorgen und Nöte (vor allem die der Angehörigen) jetzt ohne Wertung und Interpretation annehmen kann. Das Respektieren dessen, was in dem anderen gerade vorgeht, ohne es auf sich zu beziehen. Das sei eine sehr lösende und entspannende Erfahrung für sie gewesen.
Stephanie Lüttgen (2016)
Eine neue Idee wird zuerst als unsinnig verurteilt, dann als lächerlich

hingestellt, bis sie schließlich als selbstverständlich akzeptiert wird.

William James
Empathie ist eine Art des Zuhörens und des Präsentseins für den anderen, für seine Gefühle und Bedürfnisse, ohne ihn zu etwas bringen zu wollen und ohne Erinnerung an die Vergangenheit.
Dr. Marshall Rosenberg
Die Kraft des Wortes

Eine Geschichte erzählt von einem Sufi (islamischer Mystiker), der ein krankes Kind heilte. Er wiederholte einige Worte, dann gab er das Kind seinen Eltern und sagte: „Nun wird es gesund werden.“ Jemand, der dies nicht glauben wollte, warf ein: „Wie kann es möglich sein, dass irgendjemand durch ein paar wiederholte Worte geheilt werden kann?“

Von einem sanften Sufi erwartet niemand eine zornige Antwort, doch jetzt drehte er sich zu dem Mann um und entgegnete heftig: „Du verstehst nichts davon. Du bist ein Narr!“

Der Mann fühlte sich sehr beleidigt. Sein Gesicht rötete sich und er wurde sehr wütend. Der Sufi sagte nur ganz ruhig: “Wenn ein Wort die Kraft hat, dich wütend zu machen, warum sollte ein Wort nicht auch die Kraft haben, zu heilen?“

Hazrat Inayat Khan
In meinen Seminaren bitte ich die Teilnehmer für einige Zeit ihre eigene Sprache zu beobachten. Wie ist diese? Wohlwollend, destruktiv, wertschätzend, hart, ausschweifend, kurz angehalten? Welche Worte benutzen Sie? Viele Teilnehmer erzählen mir, dass sie Wörter wie: gestresst, ich muss..., keine Zeit, Krampf, zu viel, Überforderung, Problem, anstrengend u. v. m. sehr häufig benutzen. Diese Worte machen viel mit uns. Sie machen uns schwer und bauen Druck auf. Diese Schwere wird in unserer Körpersprache ebenfalls sichtbar. Wir schauen im Seminar nach alternativen Worten, deren Ausstrahlung eine andere Wirkung hat. Das gemeinsame finden und einfühlen in schöne Wörter, ist ein sehr kreativer und kraftvoller Prozess.
Stephanie Lüttgen (2017)
Wenn wir unsere Bedürfnisse aussprechen, dann steigt unsere Chance, dass sie erfüllt werden.

Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun andere es auch nicht.

Hinter einschüchternden Aussagen stehen ganz einfach Menschen, die an uns appellieren, auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Quelle u. Buchtipp: ``Eine Sprache des Lebens``

Dr. M. Rosenberg
Wenn ich jemanden gesagt habe, was mit ihm nicht stimmte, brachte es mir nie das ein, was ich von ihm wollte.
Willst du Recht haben oder glücklich sein? Beides gleichzeitig geht nicht.
Was der andere tut, tut er für sich, nicht gegen dich.
Dr. Marshall Rosenberg
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